Unsere Geschichte

Sprache und Kultur der Cimbern zu fördern und zu erhalten - mit diesem Ziel hat sich vor 40 Jahren das Cimbern-Kuratorium in München gegründet. "Heute steht das Bewahren im Vordergrund", sagt Josef Seidl, der Mitte August in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt wurde. Der Kumhausener gehört zu den Gründungsvätern der Organisation, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

Beitrag von Sandra Sachs in der Landshuter Zeitung vom 05.09.2009

(...) Neben der Forschung hat das Cimbern-Kuratorium vor allem die Aufgabe, mittels Partnerschaften für einen lebendigen Austausch zwischen den Cimbern und den Landkreisbürgern zu sorgen. Den Weg hierfür hat der ehemalige Landrat Hans Geiselbrechtinger bereitet. "Die Gemeinde Velden hat als Erste 1976 einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen und zwar mit dem Dorf Roana", erinnert sich Josef Seidl. (...)

(...) Bis heute unterhalten fünf Landkreis-Gemeinden Partnerschaften mit cimbrischen Kommunen. Der Landkreis Landshut selbst hat 1978 einen Vertrag mit der Provinz Vicenza und den sieben cimbrischen Gemeinden abgeschlossen. Auch einige Schulen im Landkreis haben mittlerweile eine Partnerschule. In Firmen sind ab und zu Praktikanten zu Gast. (...)

Zur Information:
Mehr zur Partnerschaft der Gemeinden Velden und Roana finden Sie auf den Homepages der beiden Gemeinden. Die Links dorthin finden Sie in der Rubrik "Netzwerk/Links".

40-jähriges Gründungsjubiläum

Pressebeitrag von Therese Huber, Bonbruck

Zur 40-jährigen Gründungsfeier hatte das Cimbernkuratorium Bayern in das Münchner Rathaus eingeladen, dem Gründungsort dieses eingetragenen Vereins. Der Vorsitzende des Landshuter Cimbernkuratoriums, Josef Seidl aus Kumhausen, freute sich über die zahlreichen Gäste, die zur Jubiläumsfeier nach München gekommen waren. Einer der Gründungsväter ist der frühere Oberbürgermeister von München, Hans-Jochen Vogl. In Vertretung von Oberbürgermeister Christian Ude hieß Stadtrat Dr. Reinhard Bauer die Gäste aus Italien, die Ehrengäste und die bayerischen Cimbernfreunde in der Ratstrinkstube des Münchner Rathauses willkommen.

Josef Seidl, Vorsitzender des bayerischen Cimbernkuratoriums (1994-2013)Josef Seidl erinnerte an » Hugo Resch, der als früherer Mitarbeiter des Arbeitsamtes Landshut nach Oberitalien geschickt wurde, um dort Gastarbeiter anzuwerben. In abgelegenen Bergdörfern entdeckte und hörte er den alten Dialekt, der dem Altbayerischen sehr ähnelt. Im elften Jahrhundert sind wegen einer Hungersnot aus Bayern und Tirol Menschen ausgewandert und haben ihren Dialekt in der Hochebene nördlich von Verona und Vizenca beibehalten und bewahrt. Das Cimbernkuratorium hat sich zur Aufgabe gestellt, diese uralte Sprache und die Kultur vor dem Vergessen zu bewahren.

Stadtrat Dr. Reinhard Bauer"München ist die Hauptstadt des Landes, aus dem die Cimbern vor Jahrhunderten ausgewandert sind", begann Stadtrat Dr. Reinhard Bauer seine Rede. Das Cimbernkuratorium diene der Freundschaft zwischen den Völkern, aber auch der Wissenschaft und diese Kontakte sollten weiterhin gepflegt werden, ermunterte der Stadtrat. 

Der Ehrenvorsitzende dieses Vereins,  Friedrich Mager aus München erzählte von seinen Erlebnissen bei der Produktion eines Filmes des Bayerischen Fernsehens über die deutschen Sprachinseln in der Terra Cimbre in Oberitalien im Jahre 1968. "Es war damals schwierig, der Bann mußte erst gebrochen werden, doch dann war die Resonanz sehr groß", erinnerte sich der Journalist Friedrich Mager. Ein zweiter Film entstand im Jahre 1970.

Bundesverdienstkreuz für Hugo Resch

In einer emotional vorgetragenen Rede erzählte Christine Fischer, die Tochter von Hugo Resch, über ihren Vater und seine riesengroße Begeisterung für das Cimbrische, das zu seinem Lebensinhalt wurde. Dabei sei die Familie manchmal etwas zu kurz gekommen. "Mit Tonband und Schreibblock war er im Cimbernland unterwegs, sammelte Volkslieder, Märchen und Fabeln. Redewendungen, Namen und Flurnamen. 330 Leitz-Ordner mit 70.000 Blättern umfaßt seine Sammlung, die von Professor Dr. Antony Rowley, Sprachforscher, bearbeitet werden. In den vergangenen Jahren wurden die Daten elektronisch bearbeitet und können über Internet eingesehen werden. Hugo Resch erhielt in den Jahren 1968 und 1973 Auszeichnungen von der Italienischen  Regierung und in Deutschland das Bundesverdienstkreuz.

Anschließend  trug Privatdozent Dr. Remigius Geiser perfekt mehrere Gedichte und Gebete in Cimbrisch vor, so auch das Glaubensbekenntnis, das Vater unser und das Ave Maria sang kraftvoll ein Gast aus Italien, Pierangelo Tamiozzo, begleitet auf der Gitarre. "Die cimbrische Sprache ist sehr kraftvoll", betonte Dr. Remigius Geiser, Dozent  an der Universität Salzburg. Mit schauspielerischem Talent trug er ein Gedicht vom Weltuntergang in cimbrisch vor.

Der überaus rührige Bürgermeister von Lusern, Luigi Nicolussi berichtete von seiner Gemeinde, in der noch 90 % der Bevölkerung cimbrisch sprechen. Die Schulkinder lernen pro Woche zwei bis drei Stunden diese Sprache ihrer Vorfahren.  Die Bewohner konnten ihr Recht zum Erhalt der Sprache und ihrer Idendität durchsetzen und inzwischen wurde ihnen ein eigenes Gemeinde-Wappen genehmigt und auch die Straßenschilder sind wieder zweisprachig. Das Gefühl, in ihrem Bestreben nicht allein zu sein, habe ihnen sehr geholfen, bestätigte der Bürgermeister. Die Gemeinde werde finanziell von der italienischen Regierung und der EU  unterstützt und das kulturelle Leben wird gefördert.

Professor Sergio Bonato vom cimbrischen Kulturinstitut Roana lobte die Bemühungen des im Jahre 1992 verstorbenen  Hugo Resch, der 25 Jahre seines Lebens für die Erforschung und den Erhalt der cimbrischen Sprache verwendet hatte.

"Es ist schön, dass sich auch nördlich der Alpen
Menschen
für den Erhalt unserer cimbrischen Sprache interessieren"

freute sich Sign. Vito Massalongo, Präsident des Curatorium Cimbricum Veronese und lobte die allseitigen Bemühungen.

Zwischen den Wortbeiträgen boten die Freunde aus Oberitalien cimbrische Musik und Lieder dar, in die teilweise auch die Gäste mit einstimmten. Dass es auch in Bayern einen guten Wein gibt, und um sich davon überzeugen zu können, bekamen die Gäste einen Bocksbeutel Frankenwein überreicht.

Abschließend führte Stadtrat Dr. Reinhard Bauer die Gäste der Jubiläumsfeier durch das Münchner Rathaus und zur Burg im Alten Hof.

Die Veröffentlichung des Beitrages erfolgt mit dem
freundlichen Einverständnis der Autorin.

25-jähriges Gründungsjubiläum

25-jähriges Gründungsjubiläum

Unserem Mitglied Erich Pichlmeier verdanken wir diese "lebendige", 45-minütige Erinnerung an die Feier zum 25-jährigen Bestehen des bayerischen Cimbern-Kuratoriums.

Zu den Mitwirkenden des feierlichen Rahmenprogramms gehörten u. a. "Die Schäffler" aus Velden, der Cimbern-Chor aus Roana ....

Festredner waren: Prof. Vito Massalongo, Vorsitzender des Curatorium Cimbricum Veronese,

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