Besuch belebte Partnerschaft

Cimbern-Kuratorium Bayern besuchte Weltkulturerbe-Stadt Verona

Reisebericht von Therese Huber, Bonbruck

Kürzlich besuchten Mitglieder und Freunde des Cimbern-Kuratoriums Bayern mit ihrem Vorsitzenden Josef Seidl aus Kumhausen die oberitalienische Stadt Verona. Das Cimbern-Kuratorium wurde im Jahre 1978 gegründet und hat sich zur Aufgabe gestellt, die cimbrische Sprache, die in der Hochebene noch gesprochen wird, als Kulturgut zu erhalten und die Freundschaft zwischen Bayern und der Region Veneto zu pflegen und zu stärken.

Zielort war die Stadt Verona. Auf der Hinfahrt macht die Reisegruppe Station bei der Familie Zenie, einem langjährigen Cimbernmitglied, in San Michele. Wie jedes Jahr wurden die Gäste aus Bayern überaus herzlich empfangen und vorzüglich bewirtet.

Nach der Weiterfahrt stand in Verona eine Stadtführung an. Bei einem gemütlichen, abendlichen Treffen mit Mitgliedern des italienischen Cimbernkurotoriums im Hotel wurden Pläne geschmiedet für einen Gegenbesuch der Italiener zur Landshuter Hochzeit im nächsten Jahr.
     Den Samstagvormittag nutzten die Gäste aus Bauern zu einer vertiefenden Stadtbesichtigung. Verona besteht seit 2000 Jahren und wurde von den Römern gegründet. Die Stadt ist in die Liste der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen worden, informierte die Reiseleiterin.
     Erste Station war das Kloster und die Kirche St. Zeno. Sie zählt zu den bedeutendsten romanischen Kirchen Oberitaliens. Im Jahre 1138 wurde der Dom St. Zeno eingeweiht. Schon seit alters her bestehen Beziehungen zum Erzbistum München-Freising. Vom Turm am Marktplatz konnten die Reisenden dann die ganze Stadt Verona überblicken und im archäologischen Museum viele Meter unter dem jetzigen Niveau der Stadt auf den Spuren der alten Römer wandeln.
     Kultureller Höhepunkt des Samstagabends war der Besuch der weltberühmten Oper Aida von Guiseppe Verdi in der Arena von Verona. In einer grandiosen Inszenierung fühlten sich die Besucher in die Zeit des alten Ägypten, in die Pharaonenzeit, zurück versetzt.
     Den Besuchern aus dem Landkreis Landshut hatten sich auch einige Mitglieder in München angeschlossen, unter ihnen Professor Dr. Dr. Richard Brunner aus Neu Ulm. Er befasst sich seit vielen Jahren mit den altdeutschen Sprachinseln in Oberitalien. Während der Fahrt sprach er über seine Studien.
     Aus einer Schrift aus dem Kloster Benediktbeuren geht hervor, dass im elften Jahrhundert wegen der in Bayern herrschenden Hungersnot zahlreiche, leibeigene Familien des Klosters Benediktbeuren auf Einladung des Bischofs in die Hochebene nördlich von Verona und Vicenza auswanderten. Sie mussten zwar keine Steuern zahlen, jedoch Abgaben in Form von Naturalien an den Bischof als Landesherrn leisten. Der damalige Bischof stammte aus Augsburg. Die Auswanderer rodeten Wälder, betrieben Landwirtschaft und produzierten Holzkohle, die sie verkaufen konnten. Sie behielten ihre bayerische Sprache bei, um deren Erhalt und Pflege sich das Cimbern-Kuratorium einsetzt. Während des Faschismus wurden die Leute bestraft, wenn sie cimbrisch redeten.
     Auf der Rückreise machten die Cimbernfreunde noch in Trient Halt. Hier wurde nach der Reformation ab dem Jahre 1545 das ökomenische Konzil abgehalten. Die Reisegruppe besichtigte den Neptunbrunnen im Zentrum von Triest. Bevor sie wieder Landshut erreichten, regte der Vorsitzende des Cimbern-Kuratoriums, Josef Seidl an, jüngere Interessenten aus der Familie oder aus dem Freundes- und Bekanntenkreis für eine Mitgliedschaft im Cimbern-Kuratorium zu gewinnen.

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